Städte verändern ihr Gesicht

Millionen von Menschen wandern dahin wo es Arbeit gibt – Städte wachsen schnell, Dörfer entstehen in der Nähe von Fabriken und Landbesiedelung zur Infrastrukturschaffung beginnt – Diskussionsbeitrag von Heiko Brunzel, Velten Brandenburg

Immobilienexperte Heiko Brunzel sieht eine Notwendigkeit die geschichtliche Entwicklung der Besiedelung aufzuzeigen. „Durch die rasende technologische Entwicklung sollte die Einbindung und Vorbereitung der heutigen Jugend, den jungen Erwachsenen auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben und den damit verbundenen stetigen Wandel besonders begleitet werden“, so die Aufforderung des erfahrenen Immobilienfachmanns Heiko Brunzel. Im Rahmen von Weiterbildungsveranstaltungen eröffnet der Veltener Unternehmer Heiko Brunzel jungen Erwachsenen und Schulabsolventen die Möglichkeit Facharbeiten und Essays vorzustellen. „Die Jungend lernt und findet Anerkennung, die ältere Generation lernt die Jugend zu verstehen“, so Bauunternehmer Heiko Brunzel einführend in dieser Auftaktveranstaltung.

Erfolgreiche Besiedelung und Schaffung von Infrastruktur

Im 17. Jahrhundert begannen die Menschen neue Gebiete zu besiedeln um dort unter anderem Rohstoffe für den Handel zu sammeln und sich ein Leben aufzubauen. 1800 lebten nur etwa drei Prozent der Gesamtbevölkerung in Großstädten, 1900 waren es bereits etwa 30 Prozent. Die Städte veränderten dadurch nicht nur in Größe und Ausdehnung, zehntausende von Zugezogenen benötigten mit ihren Familien eine Unterkunft. Das Tempo dieser Entwicklung war rasend, die notwendige Infrastruktur, also Straßen, Wasserversorgung und Schulen konnten nur nach und nach verwirklicht werden.

Wie sah diese Entwicklung in abgelegenen Randgebieten aus?

Städte verändern ihr Gesicht

Fehnkolonie Papenburg – Besiedelung und Torfabbau

Besiedelung nahe der niederländischen Grenze mit „Armenhaus“-Charakter: Auszüge aus der Facharbeit von J. Meier, Abiturient: „Eine dieser vielen Städte die dadurch entstanden sind ist die Fehnkolonie Papenburg. Heute weltweit bekannt für ihre Werft, aus welcher in vergangener Zeit das drittgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt „Quantum of the Seas“, Royal Caribian Cruise Line (RCCL) von der Papenburger MEYER-WERFT gebaut in Richtung Nordsee auslief. Weiterhin ist Papenburg für ihr Schifffahrtsmuseum, welches sich über die komplette Stadt erstreckt bekannt. Unter dem Motto „Bunt und Bliede“ spiegelt sich die Schifffahrtsgeschichte auch in der zur Zeit stattfindenden Landesgartenschau wieder.“

Die Idee einer Fehnkolonie

Die Stadt Papenburg entstand im Jahre 1631 als Moorkolonie. Der Gründer der Stadt, Dietrich von Velen, hatte schon frühzeitig den Plan, Papenburg mit der Ems zu verbinden und eine Fehnkolonie zu errichten. Da er wahrscheinlich in den Niederlanden entsprechende Siedlungen gesehen hatte, holte man sich von dort die entsprechenden Informationen zur Realisierung seines Plans; insbesondere über die Breite und Tiefe der Kanäle und Wieken, über die Rechte und Verpflichtungen der Siedler und nicht zuletzt über Löhne und Preise.

Verträge, Werbeplakate und Versprechen

Dietrich von Velen schloss noch im Gründungsjahr mit den Bokeler Bauern einen Vertrag über den Bau eines Kanals zu Ems. Der Kanal wurde in den Jahren 1638/39 trotz der Wirren des Krieges gegraben; am Ende des Kanals wurde ein hölzernes Siel verbaut.

Nach dem Tode Dietrich von Velens wurde die Fehnkolonie Papenburg an seinen Sohn Hermann Matthias übergeben. Dieser veröffentlichte im Jahre 1661 ein Werbeplakat, auf dem er jeden einlud, Siedler in Papenburg zu werden. Er versprach u.a. Freiheit von der Steuer, wenn die Siedler als Gegenleistung dafür den Kanal unterhalten würden. Dies führte dazu, dass gegen Ende des 17. Jahrhunderts bereits 50 Häuser in der neuen Kolonie standen.

Moorkolonie Papenburg wird zur Seefahrerstadt

Zu Beginn fanden die Siedler nur feuchten Moorboden vor, den sie mit Zweigen abdeckten und darauf die ersten Hütten bauten. Sodann begann man mit dem Abbau des Torfes. Die darunter liegende Fläche wurde zum Ackerbau genutzt. Gleichzeitig wurde über die gegrabenen Kanäle und Wieken das Moor entwässert. Über die günstig gelegenen Kanäle erfolgte ein schwunghafter Torfhandel, der letztendlich auch die finanziellen Möglichkeiten steigerte und zum Bau der ersten Schiffe führte. Hierbei handelte es sich anfangs um einfache Schiffe, die Torfmutten. Noch heute gilt Papenburg als die älteste und längste Fehnkolonie mit Binnenkanälen von über 42 km.

Weitere Veranstaltungen und Veröffentlichungen in diesem Rahmen sind geplant. Herr Heiko Brunzel freut sich besonders über die Begeisterung, die spürbar rüber kam und damit als Fundament für eine Verknüpfung mit Heimat und deren Geschichte widerspiegelt. Heiko Brunzel und alle Teilnehmer dankten dem jungen Mann für die Ausarbeitung und freuen sich auf weitere Vorstellungen.

V.i.S.d.P.:
Heiko Brunzel
Bauunternehmer

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