Handwerk hat noch goldenen Boden

Wie neue Tätigkeitsfelder durch die Energiespaßnahmen entstehen – qualifizierte Handwerker gesucht! – von Heiko Brunzel, Velten. Geh auf Wanderschaft, lerne was! Wanderburschen begegnet man heute nur noch selten. Deutschland und Europaweit werden gute Handwerker gebraucht. Unternehmer aus verschiedenen Handwerksbranchen suchen händeringend Mitarbeiter.

Bauunternehmer Heiko Brunzel, von der Velter Brunzel Bau GmbH, sieht akuten Handlungsbedarf für die gesamte Baubranche. In regelmäßigen Veranstaltungen informiert Heiko Brunzel branchenübergreifend, mit Hinzunahme von Wirtschafts- und Mittelstandexperten interessierte Unternehmer zur Problemerkennung mit Lösungsfindung.

Welche Zukunft zeichnet für die Handwerksbetriebe ab?

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat geschätzt, dass durch eine steigende Ökosteuer auf Heizöl, Benzin, Erdgas und Strom bei Behörden, Unternehmen und privaten Haushalten ein Anreiz zu Energiesparmaßnahmen entstehen könnte, mit dem etwa 600 tausend neue Arbeitsplätze – vor allem auch im Handwerk geschaffen werden könnten. Ist dies heute schon Wirklichkeit? Die Teilnehmer diskutierten und tauschten Erfahrungen hierzu aus.

Handwerk hat goldenen Boden – Seminarveranstaltung Brunzel Bau GmbH

Handwerk hat goldenen Boden – Seminarveranstaltung Brunzel Bau GmbH

Wirtschaft – Gesellschaft – öffentliches Auftreten

Die öffentliche Hand stellt gegenwärtig wegen Geldmangels Renovierungs- und Erweiterungsinvestitionen bei Gebäuden, Straßen und Kanalisationssystemen immer wieder zurück, aber auch diese lassen sich nicht auf immer verschieben. Können sich die hohen Infrastrukturstandards bei uns halten? Chancen zur Erhaltung bestehen in der Privatisierung und privat Investments zur Verwirklichung von Projekten und Stärkung der Infrastruktur. Irgendwann werden die Sanierungen nicht aufzuhalten sein. Lösungen werden gefunden und Aufträge vergeben, sprechen dafür, dass die Handwerks- und Baubetriebe neuen Aufschwung erleben werden „goldenen Boden“, dafür werden sie aber einen Strukturwandel vornehmen müssen. Hierbei gilt es neue Aufgabengebiete, die fachlichen Fähigkeiten und in starkes qualifiziertes Mitarbeiterteam zu generieren, um die Projekte auszuführen und zu realisieren. Nur der, der fertigen, sanieren, erneuern kann, wird zu tun haben! Gute Ausbildung ist das A und O, darin sind sich alle Teilnehmer einig. Der Referent verdeutlicht den Stellenwert und die Stärken des deutschen Ausbildungssystems.

Veränderungen der Anforderungen für das Handwerk

Sind erst einmal die meisten Haushalte an die Datenautobahnen angeschlossen und hat jedes technische Gerät einen Diagnosestecker, werden im Elektrohandwerk und in den verwandten Branchen Millionen Arbeitsstunden für Vorortanalysen eines Fehlers überflüssig werden. Produkte, ob es sich um Autos oder Heizungsanlagen handelt, brauchen weniger Servicestunden als früher und viele Hersteller unterhalten heute eigene Hotlines zum Kunden am Handwerk vorbei. Zukünftig werden immer weniger Handwerker bei der Problembehandlung vor Ort benötigt, vielmehr wird es nicht mehr lange dauern, bis man beispielsweise seine Waschmaschine selbst auf den neuen Technikstand bringen kann, indem man einfach die neueste Steuerungssoftware einspielt.

Aus vielen Handwerksprodukten wie zum Beispiel, Treppen, Türen, Toren, Pforten, Möbel, Regale sind industriell gefertigte Massewaren geworden. Berufsgruppen und Betriebe wie Schreinerwerkstätten müssen sich komplett umstellen. Der Verkauf von Waren wandert vom handwerklichen Ladengeschäft in die Supermärkte. Dies ist die Zukunft: Weniger Reparaturen, weniger handwerkliche Herstellung, weniger Verkauf, mehr Technisierung, eine Renaissance der Eigenarbeit im privaten Haushalt.

Der Referent weist in der Diskussionsrunde nochmals darauf hin, warum und wie das Handwerk weiterhin Zukunft haben wird. Dazu gehört nicht Betriebsblind zu sein, sondern neue Wege gehen, durch die Integration von neuen Betätigungsfeldern, diese in den laufenden Betrieb einbinden, fachliche Kompetenz stetig schulen und verfeinern, ein aktives Netzwerk aufzubauen, um zielorientiert einen Lösungsmehrwert zu schaffen. Handwerkliches Können, Ausbildung und Geschick sind dabei das stärkste Fundament in der Handwerksbranche, die Deutschland als Vorreiterrolle auszeichnet.

V.i.S.d.P.:

 

Heiko Brunzel
Bauunternehmer

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