Erneuerbare Energie: Bauen und Wohnen

Der Klimawandel schreitet unaufhörlich voran. Klimaveränderungen werden laut Studien auch massiv in Deutschland zu erwarten sein. Bis 2040 werden sich die Anzahl von Sommer- und Hitzetagen infolge der Klimaerwärmung mehr als verdoppeln und für winterliches Heizen gibt es keinen anderen Grund, als dass die Sonne zu wenig scheint.

Erneuerbare Energie: Bauen und Wohnen

Erneuerbare Energie: Bauen und Wohnen

Verhagelt der Boom bei den Erneuerbaren Energien? – Seminarbeitrag von Bauunternehmer Heiko Brunzel; langjähriger Bauunternehmer, seit 20 Jahren erfolgreich in der Branche tätig. Heiko Brunzel hat große Erfahrungen, sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Hochbau und verfolgt die Philosophie der  umfassenden Beratung mit Qualität und Kompetenz. Die Zeiten haben sich besonders bei der Energie geändert: konventionelle Kraftwerke, die früher eine Gelddruckmaschine waren, spielen ihr Geld immer weniger ein. Die Belastungen für die Energiewende steigen stetig, der Erfolg der Erneuerbarer Energien spüren die Bürger als „Strompreistreiber“ und durch die radikale Senkung der Einspeisevergütung führt dies eher zum Verlust beim Ausbau Erneuerbarer Energien, der Verunsicherung bei Verbrauchern und der Verlust von mehr als 10.000 innovativen Arbeitsplätzen in der Solarindustrie. Energetische Sanierungen des Gebäudebestandes oder Energiesparhäuser sind Ziele, die gesellschaftlich und politisch angestrebt werden. Doch gefühlt wird eher, dass seit einigen Jahren die Entwicklung stagniert bzw. der Ausstoß an CO2 – Emissionen in Deutschland leicht ansteigt.

Sonnenwärme fürs Heizen? – Die Sonne scheint im Winter fürs Heizen zu wenig

Man kennt diese herrlichen Sonnentage im Vorfrühling nur allzu gut. Dann werden die Gartentüren aufgerissen und in den Werkhallen die großen Tore. Alle wollen die Sonne hereinlassen. Aber zu mehr als zwei Quadratmeter beschienenem Fußboden kommt es nirgends. Der damit verbundene Wärmegewinn fällt geradezu lächerlich aus im Vergleich zu dem hohen Wärmeverlust, der dadurch entsteht, dass die Heizung im Haus nun gegen jene 2 bis 5 °C Lufttemperatur arbeiten muss, anstatt, wie bei geschlossenen Türen und Toren, gegen 20 °C. Natürlich wird das Raumklima im häuslichen Wohnzimmer, ebenso wie in der Werkhalle, in den ersten Augenblicken als angenehm empfunden. Da strömt diese trockene, leicht zu atmende Winterluft durch die Räume. Doch richtige Wärme fühlt sich anders an. Die neuen Heizungen sind Blockheizkraftwerke (BHKW). Als regelbare, dezentrale und hocheffiziente Erzeuger von Strom und Wärme gelten sie als Kern einer zukunftsfähigen Energiewirtschaft.

Werden die Niedrigenergiehaus-Verfechter an dem unumgänglichen Luftabschluss ihrer Projekte scheitern

„Der Luft- und Sonnenhunger der Menschen ist viel zu groß. Bestätigung finden wir in der  fünfundsiebzigtausendjährigen Menschheitsgeschichte: bis auf ganz wenige Höhlen-Sonderfälle fand alles Leben unter freiem Himmel in frischer Luft statt. Somit werden normal reagierende Sonnenmenschen selbst komfortabelste Lüftungsanlagen nicht leicht hinnehmen, sondern immer wieder lustvoll Fenster und Türen aufreißen“, bestätigt Heiko Brunzel seine Erfahrungen.

Weitere Diskussionen mit Erfahrungsaustausch folgten.

Rechnung: Sonnenwärme-Gewinn

Zu Ende gedacht und leicht aufgerechnet, zerrinnt der vermeintliche Sonnenwärme-Gewinn durch offene Türen wie der Schnee am Fensterbrett. Trotz 2 bis 5 °C Mittagstemperatur kann gegen Ende des Winters Nachtfrost herrschen. Damit liegt die mittlere Tagestemperatur einige Grad unter Null und wir befinden uns mitten in der Heizperiode, nicht etwa in der Übergangszeit. Die mittlere Temperaturdifferenz zwischen draußen und drinnen erreicht über 20 K und erfordert damit über 50 Prozent der maximalen Heizlast. Das kann die Sonne alleine um diese Jahreszeit auch unter besten Bedingungen nicht ausgleichen.

Unterstützung durch energiesparende Wirtschaftsweise

Im Übrigen scheinen viele Verfechter der Solarwärme dem Irrtum zu erliegen, dass die Sonne auf Kollektorflächen intensiver scheint. Freistehende Einfamilienhäuser mittlerer Größe fangen die Wintersonne mit rund 50 Quadratmetern Wandfläche auf. Der Wärmegewinn von fünf Quadratmetern Kollektorfläche auf dem Hausdach erreicht nur zehn Prozent davon. Und es müsste doch einleuchten, dass diese zusätzlichen zehn Prozent die Zentralheizung nicht ersetzen können, weil ja trotz der 100 Prozent Wärmeeinstrahlung auf die Hauswände die Heizanlage zu mehr als 50 Prozent ihrer Kapazität beansprucht wird.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass nördlich der Alpen die spärliche Wintersonne das Heizen nötig macht, aber niemals überflüssig; Solarkollektoren stellen einen Teil der Erneuerbaren Energien dar. Heut für morgen rüsten: Neue Eigenheime, Immobilien und Eigentumswohnungen sollten unter Beachtung „Erneuerbarer Energien“ geplant und umgesetzt werden. Dazu benötigt jeder qualifizierte Bauunternehmer neben einem breiten Grundwissen in Klimaschutz, Erneuerbarer Energien und Energieeffizienz die nötigen Hintergrundinformationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen und Förderungsprogrammen für die erfolgreiche Umsetzung und den regionalen Umständen.

V.i.S.d.P.:

Heiko Brunzel

Bauunternehmer

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