Feuchtigkeit in der Wohnung ist der wohl häufigste Wohnmangel

Vernünftig  lüften! Bei weiterer Überlegung doch lieber durchheizen? Schnell kommen die Betroffenen zum Schluss, dass hier ein Baumangel vorliegen muss. Heiko Brunzel, Geschäftsführer und Experte rund um das Bauen, informierte interessierte Kunden und Mitarbeiter in einem Seminarabend über die Zusammenhänge von Feuchtigkeit und sinnvolle Lüftung. Was wenn die Überprüfung eines Sachverständigen, dass kein Baumangel vorliegt?

Glück gehabt, doch dann kann nur der tägliche sorgsame und achtsame Umgang zwischen lüften und heizen beherzigt werden:

  • Feuchtigkeit aus dem Bad nach außen, nicht in die Wohnung „entlüften“
  • Die gesamte Wohnung auch tagsüber beheizen, denn bei Temperaturgefälle kondensiert wärmere und damit feuchtere Luft an den kälteren Wänden.
  • Zum Lüften die Fenster kurz mehrfach am Tag weit öffnen (Stoßlüftung) – Fenster nicht dauerhaft in Kippstellung geöffnet halten.

Heiko Brunzel: „Und noch eines haben wir alle gewusst: In die Atemluft unserer Wohnräume mischt sich nicht nur Wasserdampf. Da gibt es auch C02, das wir ausatmen, Tabakrauch oder Düfte von Schweiß, Parfüm, Kochdampf und Sonntagsbraten. Weil wir diese Stoffe einzeln oder gemischt, jeweils nur bis zu einer gewissen Konzentration erträglich finden, reißen wir in dichten Häusern die Fenster auf. Dann kann die frische Luft ihren Zweck und den Sinn erfüllen, nicht nur wohnen, sondern leben!“

Zentralheizungsluft begünstigt Staub-Allergien

 

Stauballergien greifen in letzter Zeit um sich, nicht nur in Publikumszeitschriften stehen seitenweise Artikel über Hausstaub und die darin lebende Hausstaubmilbe. Deren Hautschuppen sind es, die, in der Atemluft schwebend, allergische Anfälle auslösen. Ärztlicher Rat: „Sauberkeit!“

Man könnte glauben, menschliche Behausungen seien noch nie so schmutzig gewesen wie heute. Dabei waren sie vermutlich nie zuvor sauberer. Und auch das Tierchen hat es wohl schon immer gegeben.

Staub wird ständig in Schwebe gehalten

 

Neu ist gegenüber früheren Zeiten aber ganz gewiss eines: der Dauerstress, der von Zentralheizungen hervorgerufen wird, die nicht richtig, ja sogar gegen unsere körperlichen Bedürfnisse konstruiert sind. Nahezu jede Zentralheiztechnik benutzt Raumluft, die eigentlich nur zum Atmen bestimmt ist, als Heizmedium, erhitzt sie an Heizkörpern unterschiedlicher Bauart, wälzt sie heftig um und wirbelt dadurch Staub auf.

Rechtfertigt aber die Staubbinde-Taktik den ärztlichen Rat, Raumluft künstlich zu befeuchten? Werden dabei nicht abermals Symptome behandelt, anstelle von Ursachen? Ungleich zweckmäßiger wäre ein Griff nach der Ursache, nämlich der staubaufwirbelnden Heiztechnik.

Erst der Schnupfen,… – Doch es gibt Schlimmeres –  … dann der Schimmel

 

Feuchtigkeit in der Wohnung ist der wohl häufigste Wohnmangel

Feuchtigkeit in der Wohnung ist der wohl häufigste Wohnmangel

In künstlich feuchtgehaltenen Wohnräumen schlägt sich die Feuchtigkeit an kalten Wänden nieder. Ständiger Feuchte-Nachschub führt dazu, dass die Feuchtigkeit nach und nach tiefer in das Material der Wände eindringt. Feuchte Wände leiten Wärme wesentlich schneller von drinnen nach draußen als trockene. So werden sie noch kälter und dadurch logischerweise immer feuchter.

Moderne Wandanstriche, aber auch Tapeten und deren Leim, entwickeln sich in Verbindung mit Feuchtigkeit zu ausgesprochen fruchtbaren Nährböden für Schwarzschimmel. In kalten Zimmerecken, noch mehr aber hinter Schränken und Bänken, die an Außenwänden stehen, überzieht der Schimmel, von kleinen Punkten ausgehend, allmählich quadratmeterweise die Zimmerwände. Der Schimmel befällt Holz und Stein, sogar Aluminium an Fensterrahmen. Grund: Das Kondensat aus der Luft enthält außer Staub und Fett viele günstige Nährstoffe für den Pilz.

Wären diese schwarzen Flächen nur Schönheitsfehler, die Malern und Tapezierern Arbeit und Brot bringen, so könnte man sie hinnehmen. Die Sporen aber, die der Schimmel in die Luft verstreut, erweisen sich für Menschen als ausgesprochen unzuträglich, chronische Krankheitsbilder ergeben sich daraus.

Häuser zum Wohnen

 

Bei der engstirnigen Abfassung der Dämmverordnungen blieb aber noch vieles unbeachtet, etwa dass Häuser für Menschen gebaut werden:

  • die Luft zum Atmen brauchen,
  • die dabei trockene Luft ein- und feuchte Luft ausatmen,
  • die baden, duschen, Haare waschen und trocknen,
  • die Blumen gießen,
  • die kleine dampfspeiende Kaffeemaschinen betreiben,
  • die kochen und backen und
  • die bisweilen in ihren Wohnungen Wäschetrocknen müssen, usw….

Dabei entstehen Unmengen von Wasserdampf, die nicht im Hause blei­ben dürfen; andernfalls werden erst Wände nass, kalt und schimmelig und danach Menschen krank.

Heiko Brunzel: „Wasserdampf entwich menschlichen Behausungen vor unserer Ener­giekrise jahrhundertelang durch normal gebaute Wände; einerlei ob aus Fachwerk, Holz oder Stein. Mit der Heizwärme und durch deren Energie befördert, wanderte die Feuchtigkeit von drinnen nach draußen. Die Heizwärme wirkte als Antriebskraft. Gerade solange sie von strahlenden Kachelöfen kam, hielt sie die Wände warm und trocken.“

V.i.S.d.P.:

Heiko Brunzel

Bauunternehmer

Schreibe einen Kommentar