Baurecht und Versicherungsschutz

„Als Bauherr ist man dafür verantwortlich, dass anderen Personen auf dem eigenen Grundstück, Bau bzw. unfertigem Haus nichts zustößt. Sollte es dennoch zu einem Zwischenfall kommen, bei dem Personen verletzt werden oder fremdes Eigentum beschädigt wird, kann es schnell teuer werden“, teilt Hans-Heiko Brunzel Geschäftsführer der Brunzel Bau GmbH auf der Infoveranstaltung in Velten, den Teilnehmern mit. Passieren kann viel, aber gegen alle Eventualitäten  absichern ist fast unmöglich und kostet nur. Für versicherungstechnische Fragen stand Versicherungsexperte Martin Maiwald mit Rat zur Seite.

Hans-Heiko Brunzel: „Wer haftet für Schäden? Der Bauherr haftet für die Schäden, daran führt kein Weg vorbei und das sollte jedem Bauherren bewusst sein. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung ist daher eine sehr sinnvolle Vorsorge, damit im Fall der Fälle der persönliche Schaden so gering wie möglich gehalten werden kann. Haben Sie eine solche Vorsorge, bedeutet dies allerdings nicht, dass Sie, der Bauherr nicht dennoch daran gebunden ist, sich an Bauvorschriften und geltende Sicherheitsregelungen wie etwa das Absperren der Baustelle zu halten. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung befreit selbstverständlich nicht von der Haftung, die Versicherung springt im Versicherungsfall allerdings ein und übernimmt die Schadensregulierung.“

Versicherungsexperte Martin Maiwald hierzu: „Als Bauherr haben Sie verschiedene Pflichten hinsichtlich der Sicherheit an Ihrer Baustelle. Die Überwachung Ihrer Baustelle können Sie zwar auch auf einen Bauleiter übertragen, Sie haften aber als Bauherr immer in einer gesamtschuldnerischen Haftung. Auch Schilder wie z.B. „Eltern haften für Ihre Kinder“ reichen nicht aus. Wenn dann ein Schaden eintritt und z.B. eine Person oder eine Sache durch Ihre Baustelle zu Schaden kommt, kann dies ohne Bauherrenhaftpflicht schnell den finanziellen Ruin bedeuten. Daher ist die Bauherrenhaftpflicht die wichtigste Bauversicherung und ein Muss für jeden Bauherrn. Für kleinere Umbauten bis ca. 50.000 Euro Bausumme ist diese oft in der Privathaftpflicht enthalten. Hier sollten Sie zunächst Ihre Privathaftpflichtversicherung befragen.“

Wie sieht es mit den  Bauhelfern aus, welchen Schutz für Unterstützer?

Hans-Heiko Brunzel: „Eigenleistungen zu erbringen, spart bares Geld und mit Freunden, Bekannten, Familienangehörigen zusammen beim Hausbau helfen zu lassen ist besonders effektiv. Arbeiten lassen sich schneller durchführen und eine Entlohnung für die Freundschaftsleistung wird von den Helfern in aller Regel nicht erwartet. Aber was, wenn etwas passiert? Die Baustelle ist abenteuerlich aber kein sicherer Spielplatz für große Jungs und birgt eine Vielzahl von Unfallquellen.“

Versicherungsexperte Martin Maiwald hierzu: „Bauherren sind hierbei zum einem verpflichtet, Bauhelfer bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft anzumelden. Im Gegenzug zu einem Beitrag, der sich auf Grundlage einer fiktiven Entlohnung und der geleisteten Arbeitsstunden der Helfer errechnet, erhalten die Bauhelfer hier einen gesetzlichen Schutz. Darüber hinaus besteht zum anderen die Möglichkeit, Bauhelfer zusätzlich privat abzusichern. Bauherren sollten dabei generell auch an ihre eigene Absicherung und die ihres Ehepartners denken, in die gesetzliche Pflichtversicherung werden nämlich beide nicht automatisch aufgenommen, wenn sie hier ihre Helfer anmelden.“

Hans-Heiko Brunzel: „Aus eigenen Erfahrungen und den Erlebnissen in der Baubranche wissen wir, dass nicht nur die Personen von der erhöhten Unfallgefahr auf der Baustelle betroffen sind, sondern dass auch der Neubau, Altbau, Umbau, etc. also das Bauobjekt unvorhergesehenen Schäden ausgesetzt sind. Wie sinnvoll ist eine Versicherungsvorsorge in der Beziehung?“

Martin Maiwald: „Daran wird oftmals nicht gedacht, sondern erst wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, hätte man… Dafür gibt es die Bauleistungsversicherung, sie wird auch die „Vollkaskoversicherung für den Bau“ genannt. Denn Ihr Neubau ist auch im Laufe der Bauzeit zahlreichen Gefahren ausgesetzt. So können Schäden durch Naturereignisse Ihren Rohbau schweren Schaden zufügen. Aber auch Schäden durch Vandalismus können für Sie eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Stellen Sie sich vor, über Nacht stehlen Diebe die gesamte Heizungsanlage, die gerade erst eingebaut wurde oder die kompletten Solarmodule sind abmontiert oder jemand brauchte unbedingt die Dachrinnen und Fallrohre?  Daher eine wichtige Bauversicherung: Die Bauleistungsversicherung tritt ein und ersetzt Ihnen die Kosten für eine Neuanschaffung. Dabei können Sie die Kosten der Bauleistungsversicherung noch auf die am Bau tätigen Gewerke umlegen.“

Mit neuen Erkenntnissen und nach einer regen Diskussion gingen die Teilnehmer mit dem Wissen auseinander, dass jeder Bauherr große Verantwortung trägt, die durch die richtige Vorsorge zum Erfolg auf ganzer Linie führt. Der Bauherr ist nicht alleine, beim Bauunternehmer findet er Unterstützung  durch offene Gespräche, kompetente Beratung zu dem jeweiligen Vorhaben mit den rechtlichen und versicherungstechnischen Belangen.

V.i.S.d.P.:
Hans-Heiko Brunzel
Geschäftsführer Brunzel Bau GmbH

Schreibe einen Kommentar